Hobbys im Lebenslauf

So kannst du Hobbys im Lebenslauf richtig angeben

Deine Bewerbung ist das entscheidende Werkzeug, um das Interesse eines Unternehmens zu wecken und eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten. Mit einer wirklich sorgfältig gestalteten Bewerbung kannst du dich von anderen Bewerbern abheben. Ein wichtiger Bestandteil ist der Abschnitt über Hobbys im Lebenslauf, der oft bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen zu wenig Beachtung findet. Nicht jede Freizeitaktivität ist geeignet, um in eine Bewerbung für eine Stellenanzeige aufgenommen zu werden. Wir zeigen dir in diesem Ratgeber, welche Hobbys für dich vorteilhaft sein können, welche du besser weglassen solltest und wo du deine Freizeitbeschäftigungen idealerweise erwähnen solltest.

Hobbys im Lebenslauf

Warum sollte man Hobbys im Lebenslauf erwähnen?

Welche Hobbys und Freizeitbeschäftigungen du pflegst, offenbart mehr über deinen Charakter, als du vielleicht denkst. Stelle dir vor, du bist die Person, die dein Bewerbungsschreiben und deinen Lebenslauf in den Händen hält und dich noch nicht kennt. Diese Person hat nur begrenzte Möglichkeiten, sich einen ersten Eindruck von dir und deinen Interessen zu verschaffen. Daher ist es entscheidend, sorgfältige Formulierungen zu wählen und die Inhalte deiner Bewerbung klar zu präsentieren, um mehr über dich zu erfahren und eine erste Einschätzung deiner Persönlichkeit vornehmen zu können.

Hobbys und Interessen in den Lebenslauf schreiben – ja oder nein?

Stell dir vor, du bist der zuständige Personalverantwortliche und durchforstest eine Bewerbungsmappe, die nur wenige persönliche Informationen enthält, weil beispielsweise keine Hobbys im Lebenslauf erwähnt wurden. Im Gegensatz dazu siehst du die Unterlagen eines zweiten Bewerbers, der sich nicht nur beruflich für ein bestimmtes Thema interessiert, sondern auch sich in seiner Freizeit aktiv damit beschäftigt und dies in seinem Lebenslauf hervorhebt.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du die Bewerbung desjenigen bevorzugen würdest, der seine Hobbys angibt. Denn dieser Bewerber hat seine Unterlagen überzeugender gestaltet und beweist durch sein Engagement in der Freizeit, dass er sich ernsthaft für die berufliche Tätigkeit interessiert. Schließlich investiert er auch seine Freizeit ohne Vergütung in dieses Thema.

Welche Hobbys im Lebenslauf erwähnen?

Nachdem du verstanden hast, wie bedeutend die Nennung von Hobbys im Lebenslauf ist, werden dir bestimmt viele Fragen zur Erwähnung von Hobbys in den Sinn kommen. Eine der zentralen Fragen lautet:

Sind alle Freizeitaktivitäten geeignet, um in der Bewerbung aufgeführt zu werden? Die Antwort ist klar und deutlich: Nein!

Bestimmte Hobbys im Lebenslauf besser weglassen

Berücksichtige, dass Hobbys wertvolle Einblicke in deine persönlichen Interessen und deine Charaktereigenschaften bieten können. Natürlich kannst du deine Freizeit nach deinen eigenen Vorlieben gestalten. Aber mal ehrlich: Denkst du, ein Personalverantwortlicher interessiert sich dafür, dass du deine freie Zeit an der Spielkonsole oder in der nahegelegenen Bar verbringst?

Gute Hobbys gehören in den Lebenslauf

Anders verhält es sich jedoch, wenn du in deiner Freizeit ein Hobby ausübst, das mit deinem Berufsziel oder sozialem Engagement verknüpft ist. Besonders Personen, die sich ehrenamtlich betätigen, zeigen durch ihre freiwillige Arbeit, dass sie sich nicht nur für monetäre Belohnungen einsetzen, sondern auch für Bedürftige oder einen sinnvollen Zweck. Dies kann zum Beispiel darauf hindeuten, dass der Bewerber über soziale Fähigkeiten verfügt und bereit ist, anderen zu helfen. Insbesondere in Berufen, bei denen Teamarbeit gefragt ist, kann ein soziales Ehrenamt im Bewerbungsprozess viele Vorteile bringen.

Welche Hobbys im Lebenslauf angeben und vermeiden?

Ein weiterer Punkt, den du bei der Nennung deiner Hobbys im Lebenslauf berücksichtigen solltest, ist: Welche Merkmale, Eigenschaften und möglicherweise auch Stereotypen werden mit dem Hobby assoziiert? Inwiefern könnte dies deine berufliche Leistung beeinflussen?

Mache die Entscheidung von deinem Berufswunsch abhängig!

Ein treffendes Beispiel ist der Fußball. Wenn du Anhänger einer bestimmten Fußballmannschaft bist, könnte ein Personaler die Erwähnung deines Hobbys möglicherweise damit verknüpfen, dass du ein gewalttätiger und trinkfreudiger Fußballfan bist. In diesem Fall könnte die Nennung des Hobbys im Lebenslauf sogar nachteilig sein. Allerdings, wenn du Trainer einer Jugendmannschaft bist, könnte dir das einen Vertrauensvorschuss einbringen – schließlich ist es ein wirklich respektables Hobby, welches zeigt, dass du dich aktiv in die Förderung des Jugendsports einbringst. Zudem deutet eine solche Freizeitbeschäftigung darauf hin, dass du über gute Führungsqualitäten und Teamgeist verfügst und sportlich aktiv bleibst. Das sind vorbildliche Eigenschaften, die jeder Vorgesetzte schätzt.

Jobkiller deines Lebenslaufs

Wenn du Bierdeckel und Kronkorken von Flaschen sammelst, könnte man annehmen, dass du übermäßig Alkohol trinkst und möglicherweise häufig montags nicht zur Arbeit erscheinst, um deinen Kater vom Wochenende auszukurieren oder öfter verkatert im Büro auftauchst.

Langweilig – das sagen deine Hobbys über dich aus

Das Spielen am Computer in der Freizeit wird ebenfalls kaum als sinnvolles Hobby anerkannt. Im Gegenteil. Personen, die Zocken als ihre Freizeitbeschäftigung ansehen, werden oft als merkwürdige Einzelgänger wahrgenommen, die sozial isoliert sind und im Umgang mit anderen Menschen, wie zum Beispiel Kollegen, als schwierig gelten. Dieses Hobby solltest du nur dann in deiner Bewerbung erwähnen, wenn du dich um eine Stelle als Entwickler von Computerspielen bewirbst.

Riskante Hobbys im Lebenslauf richtig nutzen

Zusätzlich sollten auch riskante Freizeitaktivitäten in der Bewerbung mit großer Sorgfalt betrachtet werden. Wenn du zum Beispiel in deiner Extremsportarten wie Kampfsport ausübst oder Aktivitäten wie Bergsteigen, Tieftauchen, Rafting, Drachenfliegen oder Fallschirmspringen nachgehst, bist du einem erhöhten Risiko für Verletzungen ausgesetzt. Dann solltest du diese Interessen lieber weglassen. Der Personalverantwortliche könnte besorgt sein, dass du wegen eines Sportunfalls längere Zeit ausfällst – dies kann durchaus ein entscheidender Grund gegen eine positive Entscheidung hinsichtlich der Stellenzusage sein.

Vorsicht gilt zum Beispiel bei diesen riskanten Sportarten:

  • Motorsport
  • Freiklettern / Free Climbing
  • Radsport
  • Fußballspielen
  • Skifahren
  • Bergsteigen
  • Drachenfliegen
  • Tauchen
  • Reitsport
  • Fallschirmspringen

Solche sportlichen Freizeitaktivitäten können durchaus von Nutzen sein, insbesondere wenn du dich bei einem Anbieter von Sportequipment bewirbst oder die offene Position im Verkauf eines Sportfachmarktes ist, da du dein Expertenwissen ideal einbringen kannst. Zwar besteht auch dabei das Risiko, dass du beim Sport verunglückst und im Betrieb ausfällst. Aber deine Erfahrung, Kunden fundiert zu beraten, erhöht den Umsatz – darum geht es jedem Arbeitgeber.

Engagement in der Freizeit & Job sollten eine gute Work-Life-Balance haben

Kritisch können auch Hobbys sein, die viel Zeit in Anspruch nehmen, da der Eindruck entstehen könnte, dass diese Freizeitaktivitäten eine höhere Priorität als die beruflichen Verpflichtungen haben. Wenn du in deinem Hobby bereits zahlreiche Auszeichnungen und Pokale erhalten hast, wäre es wenig sinnvoll, all deine Erfolge detailliert aufzuzählen – dies ist nämlich ein Indiz, dass du für dein Hobby, vielleicht aber nicht für deinen Job brennst.

Lebenslauf Hobbys – welche kommen gut an?

Wie bereits erwähnt, werden Hobbys im Lebenslauf häufig geschätzt, insbesondere wenn sie entweder einen Bezug zu den typischen Aufgaben der Position haben, für die du dich bewirbst, oder wenn es sich um eine sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeit handelt. Um dir hilfreiche Tipps für deine Bewerbung zu geben, hier einige Beispiele, in welchen Bereichen bestimmte Hobbys von Vorteil sein können:

Bewerbung für handwerkliche Berufe

Hier kannst du sämtliche Hobbys anführen, die mit praktischen Tätigkeiten in Verbindung stehen: Kreatives Gestalten, Handarbeit, Eigenbau, Modellkonstruktion, Reparatur von Fahrrädern, Instandsetzung von Autos, Holzverarbeitung, Metallbearbeitung sowie alle technischen Freizeitbeschäftigungen.

Bewerbung für kaufmännische Berufe

Bist du Kassenwart in einem Verein? Das solltest du auf jeden Fall in deinem Lebenslauf anführen. Das trifft auch zu, wenn du dich mit finanziellen Angelegenheiten (zum Beispiel der Börse) beschäftigst, einen Kurs in Informatik absolviert hast oder deinen Eltern im Geschäft bei der Buchführung hilfst.

Bewerbung für kreative Berufe

Wenn du mit Begeisterung malst, Webseiten entwirfst, gerne fotografierst oder ein Interesse an Kunst hast, können diese Freizeitbeschäftigungen einen positiven Einfluss auf deinen Lebenslauf haben.

Bewerbung für heilende, pflegende & soziale Berufe

Im Allgemeinen sind sämtliche sozialen Aktivitäten geeignet, wie beispielsweise freiwillige Arbeiten, Engagement in der Jugendhilfe, Unterstützung von sozial benachteiligten Gruppen, ehrenamtliche Tätigkeiten mit Kindern und Menschen mit Behinderungen usw. „Soziale Hobbys“ deuten auf deine sozialen Kompetenzen und Teamfähigkeit hin.

Bewerbung um eine leitende Funktion in einem anspruchsvollen Sektor

Du strebst eine Position in der Führungsebene an oder möchtest in eine anspruchsvolle Branche einsteigen. In diesem Kontext kannst du mit Hobbys im Lebenslauf punkten, die typischerweise mit der gehobenen Gesellschaft und finanziellem Erfolg in Verbindung gebracht werden. Geeignete Freizeitbeschäftigungen sind zum Beispiel Golf, Polo und Segeln. Führungskräfte, die wenig Zeit für Freizeitaktivitäten haben, erwähnen oft passive Hobbys, die einen hohen finanziellen Aufwand erfordern (z. B. das Sammeln von Luxusuhren oder Oldtimern).

Hobbys im Lebenslauf, die in fast allen Bereichen gerne gesehen sind

  • Aktive Freizeitbeschäftigungen (generell werden diese bevorzugt im Vergleich zu sitzenden Aktivitäten)
  • Kochen & Backen (stellt Kreativität, Geselligkeit und soziale Fähigkeiten in den Vordergrund)
  • Fitness & risikoarme Sportarten (gutes Körpergefühl, Gesundheitsbewusstsein)
  • Fotografie (symbolisiert einen harmonischen Charakter, Einfallsreichtum, Präzision)
  • Lesen (von Büchern, intellektuelle Interessen sind in vielen Berufen gern gesehen)

Passive Freizeitaktivitäten wie das Hören von Musik und das Anschauen von Fernsehsendungen sind hingegen überhaupt nicht beliebt.

Wie viele Freizeitaktivitäten sollte man im Lebenslauf angeben?

In deiner Freizeit hast du die Freiheit, das zu tun, was dir gefällt. Du kannst auch so vielen Hobbys nachgehen, wie es dir zusagt. Dennoch solltest du nicht alle Hobbys im Lebenslauf erwähnen, wenn du in mehreren Bereichen aktiv bist. Ansonsten entsteht der Eindruck: Du kannst von allem ein bisschen, aber nichts wirklich richtig!

Begrenze dich auf höchstens 2 oder 3 Beispiele und nenne nur die Freizeitbeschäftigungen, die für die Position von Bedeutung sind. Als Handwerker ist es nicht vorteilhaft, im Lebenslauf aufzulisten, dass du gerne strickst oder Briefmarken sammelst. Bedenke: Besonders für eine Führungskraft bleibt wenig Freizeit.

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An welcher Stelle sollte man im Lebenslauf Hobbys erwähnen?

Wenn du dich um eine Stelle bewirbst, spielt deine Freizeitgestaltung eine eher untergeordnete Rolle, kann jedoch einige Einblicke in deinen Lebensstil und Charakter geben. Aus diesem Grund sollte die Nennung deiner Hobbys im Lebenslauf im unteren Abschnitt des tabellarischen Formats erfolgen. Die Platzierung zwischen deinen Qualifikationen und der Unterschrift ist ideal. Im Anschreiben solltest du deine Freizeitaktivitäten nur dann betonen, wenn sie dir eindeutig Vorteile bei der Bewerbung um die Stelle verschaffen können.

Worauf du noch bei der Erwähnung von Hobbys im Lebenslauf achten solltest

Es ist äußerst wichtig, die korrekte Schreibweise zu beachten. Auch wenn die Verwendung von ‚Hobbies‘ mittlerweile fast üblich ist und sogar von renommierten Zeitschriften aufgegriffen wird, ist in der deutschen Sprache die Schreibweise ‚Hobbys‘, also mit ‚y‘, die richtige.

Hebe besondere Erfahrungen hervor

Ein weiterer Aspekt, den du berücksichtigen solltest: Wenn du ein bedeutendes Hobby schon seit vielen Jahren betreibst, gib auch den Zeitraum an. Wenn du dich seit 5 oder 10 Jahren ehrenamtlich engagierst, zeigt dies deine Ausdauer und signalisiert dem Personalverantwortlichen, dass du ein überzeugter Mitstreiter bist, dem sein Ehrenamt tatsächlich am Herzen liegt.

Das trifft auch zu, wenn du dich zum Beispiel als KFZ-Mechatroniker bewirbst und bereits seit vielen Jahren Erfahrung in der Reparatur von Stockcars hast oder dich schon lange mit Tuning, Fahrzeugrestaurierung oder ähnlichen Tätigkeiten beschäftigst. Wenn du dich in der Reisebranche bewirbst und bereits alle Kontinente bereist oder eine Weltreise unternommen hast, kannst du in deinem Lebenslauf das Hobby Reisen ausführlicher darstellen, was dir zugutekommt.

Wenn du im Reisebüro arbeitest, kannst du deine weltweiten Reiseerfahrungen sinnvoll einbringen und deine zukünftigen Kunden mit deiner Leidenschaft für Reisen zu den schönsten Zielen weltweit begeistern. Dies hat einen positiven Einfluss auf die Verkaufszahlen des Unternehmens. Daher ist es selbstverständlich, dass der Personaler eher einen Bewerber bevorzugt, der nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Erfahrungen vorweisen kann.

Hobbys im Lebenslauf angeben: Sei immer ehrlich!

Nicht zu vergessen, folgt hier noch ein wichtiger Tipp für dich: Sei aufrichtig! Es macht keinen Sinn, Hobbys zu erfinden, weil du dir davon Vorteile erhoffst und du glaubst, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Nenne ein Hobby nur, wenn du es tatsächlich und mit echtem Engagement ausübst. Sei dir bewusst, dass der Personalverantwortliche während des Vorstellungsgesprächs genauer nachfragen wird und das Thema deines Hobbys aufgreifen könnte. Du solltest unbedingt in der Lage sein, im Gespräch kompetent über die von dir angegebenen Freizeitaktivitäten zu diskutieren und mit fundiertem Wissen zu überzeugen, ohne überheblich zu erscheinen.

Veröffentlicht am: 13. Februar 2025 | Zuletzt aktualisiert am: 8. Juli 2025 von der Redaktion